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Sprachloser Rock aus Koblenz

Er hört Michael Jackson -allerdings weniger wegen des Popgottes. „Die Live-Gitarristin von Jacko - Jennifer Batten -ist einsame Spitze!" Keine Frage, so redet nur ein Vollblut­musiker, der mit seiner Gitarre zu einer Einheit geworden ist. Sein Name: Helmut Reifferscheid

Er ist der lebende Beweis dafür, daß Musik mehr ist als Rock, Pop und Techno. Helmut macht Instrumental Rock - die wortlose Variante der Rockmusik. Musik ohne Text, aber mit ganz viel Feeling. Bestes Beispiel dafür: Legende Carlos Santana, des­sen „Samba Pa Ti" längst ein Klassiker ist. Keine Musik für die Masse, aber mit Klasse. Doch eine Frage drängt sich natürlich auf: Wie und warum macht jemand Instrumental Rock, wenn in jeder Disco und jedem Sender Techno und Rock/Pop angesagt sind? Die Frage bringt Helmut zum Grinsen, denn ganz einfach war sein Weg zum Instrumental Rock tatsächlich nicht.

Begonnen hat Helmut mit 15, als er seine erste Gitarre in den Händen hielt. Die neuen Kenntnisse mußten natürlich gleich live umgesetzt werden und so folgte mit 16 die erste Band, eine von vielen. Die übrige Zeit verschlangen ein intensives Selb­ststudium und so nebenbei noch eine Lehre zum Maler und Lackierer. Nach dem Abschluß landeten Pinsel und Farbtopf jedoch bald in der Ecke. Musik stand und steht für Helmut ganz eindeutig im Vordergrund und so war der nächste Schritt in Richtung Profigitarrist die Einschreibung am Konservatorium in Köln. Bereits nach einem Jahr war wieder Schluß, da Helmut das Studium zu planlos fand. Stattdessen machte  er eine  Lehre  zum  Einzelhandelskaufmann. Mit inzwischen zwei abgeschlossenen Lehren kam dann die Zeit, die Helmut heute für die Wichtigste auf seinem Weg zum Profigitarristen hält.

Er konzentrierte sich voll auf die Musik, überließ das Geschäftemachen anderen und besorgte sich die Bücher von Gitarrenguru Jim Glearson. Bis zu sechs Stunden täglich übte er dann während der nächsten drei Jahre nach den Anweisungen des Meisters. Seine Vorbilder waren und sind Joe Satriani, Eric Johnson und natürlich Gitarrengott Jimi Hendrix.

Dermaßen vorbereitet, folgte ein weiteres Studium an der Schule für Rockgitarre in Offenbach, das in diesem Jahr mit dem Diplom erfolgreich endete. Das nötige Kleingeld verdient sich Helmut bereits seit 1990 als Dozent für Gitarre an den Kreismusikschule in Bad Ems (Lahnstein) und Musikschule der Stadt Neuwied, was zwar den größten Teil des Nachmittags und Abends verschlingt, aber auch viel Spaß macht. Die Kombination aus Musik und Jugendarbeit macht's, wie Helmut meint. Das eine läßt sich nicht vom anderen trennen, und das ist auch gut so!

Es war purer Zufall, als sich dann vor eini­gen Wochen die Mitglieder der Band „Funkin' Flow' bei Helmut meldeten. Sie waren auf der Suche nach einem neuen Gitarristen und er sagte spontan zu, da es ihn ohnehin wieder on stage zog. Das erste Treffen wurde dann jedoch schwieriger als erwartet. Die „Funkin' Flow" Members sahen sich plötzlich einem Gitarristen gegenüber, der nicht ihren geliebten Funk, sondern straighten Rock brachte. Einige Diskussionen folgten, doch die Demos von Helmut überzeugten schließlich und die neue Band, für die es übrigens noch keinen Namen gibt, stand - mit Instrumental Rock statt Funk.

Und warum ausgerechnet Instrumental Rock? Die große Kohle kann man damit nicht machen und überhaupt - ist das nicht öde, Musik ohne Gesang, ohne Text, einfach so pur? Die Antwort auf diese Fragen hört man sich am besten an. Bereits Santana lieferte den Beweis, daß auch Songs ohne Gesang erstklassig sein können. Instrumental Rock ist Musik zum Träumen und Versinken, mit viel Gefühl, bei der Gesang nur stört. Um den Einstieg in die Songs zu erleichtern, schreibt ein Freund von Helmut, Manfred Kirsch, zu den Songs des ersten Tapes Gedichte und steuert das Coverfoto bei. Kein „I like to move it, move it", sondern ein Kunstwerk. Produziert wird die CD übrigens im Homestudio.

Privat liegen bei Helmut neben Jacko auch Metallica, Aerosmith oder Toto im CD-Player. „Die haben alle hervorragende Gitar­risten." Man merkt, daß der Musiker die Songs mit anderen Ohren hört als der Fan. „Bei vielen Gruppen steht nur die Sängerin oder der Sänger im Mittelpunkt, während sich niemand für die Musik interessiert." Das ist bei den Songs von Helmut mit Sicherheit nicht der Fall. Bestimmt Neuland für Techno gewöhnte Teenieohren, aber der Abenteuer­trip lohnt sich. Musik ist eben mehr als nur Worte.

Sascha Koller

Kontaktadresse und CD: Helmut Reifferscheid dehelli@web.de

Update am 25.01.2009 von Helmut Reifferscheid 

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