Reifferscheid 1996

Rheinzeitung  -  09.01.1996

Rheinzeitung  -  09.01.1996

Von sanften Balladen bis zum satten Hardrock

Die Gitarre ist sein Leben

Debüt-CD von Helmut Reifferscheid besticht durch filigranes Spiel

COCHEM. WOL. Er bezeichnet sich selbst als musikalischen Eigenbrötler. "Wenn ich alleine bin, ist meine Schaffenskraft am größten", unterstreicht er. Gitarrespielen sei sein Leben. Das dem so ist, läßt sich unschwer auf der im Dezember veröffentlichten ersten CD des Helmut Reifferscheid erahnen.

Seit 1990 ist der in Neuwied wohnende Vollblutmusiker Gitarrenlehrer an der Kreismusikschule in Cochem. Es ist musikalisch vom Feinsten, was der Debütant auf seiner CD "Late Roses" dem Zuhörer bietet. Als "melodiösen Heavy-Rock" bezeichnet er selbst die Stilrichtung. Technisch anspruchsvolle und ausgefeilte Licks a la Joe Satriani oder Steve Vai meistert der Saitenzauberer mit großer Präzision. Von sanften Balladen bis hin zum satten Hardrock reicht das Repertoire. "Mit dem Sound bin ich zufrieden. Musikalisch kann man sich natürlich immer weiterentwickeln und verbessern", weiß Reifferscheid.

Er will sich auf den Lorbeeren der ersten CD-Produktion nicht ausruhen und plant weitere Werke. "Musik ist nicht nur das machen, was einem Spaß macht, sondern ist viel Arbeit und heißt für mich auch Geld verdienen", erklärt er.

Alle elf eingespielten Songs hat der Neuwieder selbst komponiert. Auch das Producing und Recording hat Reifferscheid selbst übernommen. "Ich habe per Tastatur am Keyboard über Computer-Midi-System alle Instrumente eingespielt. Man hat mit Hilfe der technischen Mittel die Möglichkeit der Quantifizierung, das heißt, man kann das, was man einspielt, korrigieren und geraderücken." Nach und nach hat sich der Gitarrenvirtuose ein Home-Recording-Studio eingerichtet. Dort sind im Sommer 1994 die Aufnahmen für die Instrumental-CD entstanden. Die Ideen dafür kamen beim Hören der "Flying in a blue dream"-CD von Joe Satriani.

Reifferscheid: "Ich hatte damals eine Art Aha-Erlebnis. Mir wurde klar, daß es auch ohne Gesang geht." Satriani, Steve Vai und andere weniger bekannte Gitarreros hätten sein Spiel nachhaltig beeinflußt. "Ich habe heute aber keinen Gitarrengott mehr, so wie es früher noch der Fall war", erzählt der gebürtige Brohler.

In den siebziger Jahren war es vor allem Ritchie Blackmore von Deep Purple, dessen Saitenkünste Reifferscheid bewunderte. In den achtziger Jahren hätten in Eddie Van Halen und Jackie E. Lee inspiriert. "Richtig gelernt habe ich durch aufmerksames Zuhören", so der Musikus. Und weiter: "Ich konzentriere mich beim Zuhören meist auf ein Instrument."

Wunschtraum erfüllt

Angefangen hat alles, als er 13 Jahre alt war. Mit Zeitungsaustragen verdiente er sich das Geld zum Kauf einer Trompete. Ein Jahr spielte er damit in der Dorfkapelle. Mit 14 schenkten ihm seine Eltern ein Keyboard. Er bekam damals die ersten Einblicke in Notenkenntnisse. Als 15jähriger wurde sein Wunschtraum perfekt: Eine Maya-Gitarre im Wert von 250 Mark weckte die Liebe zu dem Instrument, das heute zu seinem Beruf geworden ist.

Neben dem Gitarrenunterricht an der Kreismusikschule Bad Ems in Lahnstein (zweimal wöchentlich) lehrt Reifferscheid außerdem drei Tage pro Woche an der städtischen Musikschule in Neuwied. Der Neuwieder erwarb 1994 nach zweijährigem Studium den Abschluß des Gitarrendiploms an der Schule für Rockgitarre in Offenbach.

"Ständiges Üben ist der beste Lehrmeister", versichert der Fingerakrobat. In Bands wie "Winterkrieg" oder "Covergirl" stellte er sein musikalisches Können unter Beweis. Auf seiner CD spielt er überwiegend Ibanez-Gitarren, "weil mir das Handling und der kernige Sound so gut gefallen." Obwohl der Verkauf der CD bisher noch schleppend sei, will Reifferscheid den musikalischen Weg weitergehen.

November 1995-1996 Reifferscheid "Live"

v.l. Markus Graf, Helmut Reifferscheid, Lutz Büchner, Michael Röder.

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